Der Moment des Auspackens ist manchmal aufregender als der Inhalt selbst. Dieser Gedanken ist vielen bereits aus der Kindheit bekannt, als das Auspacken und Öffnen der Weihnachtsgeschenke den grössten Spannungsmoment des gesamten Tages darstellte.
Genau dieses Gefühl zeigt, dass Verpackungen weit mehr sind als eine schützende Hülle. Sie verkörpern ein Erlebnis, dienen als Markenbotschafter und können den Verkauf massgeblich beeinflussen.
Für Unternehmen ist es daher wichtig zu verstehen, dass Verpackungen nicht nur Kosten verursachen, sondern gezielt eingesetzt auch als Investition verstanden werden sollten.
In diesem Blogbeitrag entdecken Sie zentrale Dimensionen einer Verpackung und moderne Trends, die Ihr Unternehmen fördern können.
Dimension 1: der funktionale Wert
So unterschiedlich Verpackungen auch aussehen können, ihre wichtigste Aufgabe bleibt stets dieselbe: der Schutz der enthaltenen Produkte sowie die Funktionalität und die Praktikabilität der Verpackung. Je nach Art, Material oder Grösse eines Produkts kann die Verpackung einen wesentlichen Mehrwert erbringen, sofern diese bewusst designt und gewählt wird. Entscheidend ist jedoch, dass die Verpackung stets an die spezifischen Charakteristiken des jeweiligen Produkts angepasst wird.
Der funktionale Wert einer Verpackung lässt sich in drei zentrale Aspekte unterteilen:
A) Produktschutz
Abhängig von Art und Beschaffenheit eines Produkts eignen sich bestimmte Materialien besser als andere, um einen zuverlässigen Schutz zu gewährleisten. Besonders deutlich wird dieser Aspekt im Lebensmittelbereich. So erfordern beispielsweise stark sossen- oder fetthaltige Speisen Verpackungen, die Flüssigkeiten sicher aufnehmen und gleichzeitig ein sauberes und komfortables Essen ermöglichen. Für warme sowie kalte Speisen ist es wichtig, dass die Verpackung die Temperaturen zuverlässig reguliert.


Auch bei technischen Produkten spielt der Produktschutz eine zentrale Rolle. Hier sorgen etwa gepolsterte Innenlagen oder stabile Verpackungswände dafür, dass empfindliche Geräte vor Beschädigungen während Transport und Lagerung geschützt sind. Spezielle ESD- und Antistatic-Verpackungen schützen hochempfindliche elektronische Bauteile vor gefährlicher Aufladung und Spannung.
B) Nutzung und Einsatzzweck
Der funktionale Wert einer Verpackung zeigt sich jedoch nicht ausschliesslich im Schutz des Produkts, sondern auch darin, wie gut sie der tatsächliche Nutzungszweck unterstützt wird. Würden alle Produkte in identischen, einfachen Kartons verpackt werden, würde dies den unterschiedlichen Anforderungen an Handhabung und Nutzung nicht gerecht werden.

Ein Paradebeispiel hierfür sind Produkte, bei denen die Verpackung selbst ein integraler Bestandteil der Nutzung ist. Dazu zählen unter anderem To-Go und Take-away-Verpackungen wie Menüschalen oder Boxen, die gleichzeitig als Geschirr dienen. In solchen Fällen muss die Verpackung so gestaltet sein, dass sie eine sichere und unkomplizierte Nutzung ermöglicht, beispielsweise durch Hitzeschutz oder eine ergonomische Form.

Auch Reinigungs- oder Kosmetikprodukte fallen in diese Kategorie, da ihre Verpackungen aktiv in den Nutzungsprozess eingebunden sind. Funktionen wie wiederverschliessbare Öffnungen oder Pumpmechanismen erleichtern die regelmäßige Anwendung.
Solche nutzerorientierten Lösungen finden sich häufig in sogenannten Convenience-Verpackungen wieder, die gezielt auf einfache Handhabung und Alltagstauglichkeit ausgelegt sind. Hierzu gehören beispielsweise Snack-Bags mit integrierten Servietten oder Boxen mit Blitzboden, um das Aufrichten zu vereinfachen.

C) Orientierung und Information
Neben Schutz und Nutzung erfüllt die Verpackung zudem eine wichtige Informations- und Orientierungsfunktion. Durch Symbole, Kennzeichnungen oder Hinweise unterstützt sie Konsumenten dabei, Produkte korrekt und sicher anzuwenden. Ein bekanntes Beispiel ist das Glas-Gabel-Symbol, das auf die Lebensmittelechtheit eines Materials hinweist.

Gerade im Lebensmittelbereich spielen solche Informationen eine zentrale Rolle, da unterschiedliche Materialien je nach Anwendungszweck verschiedene Anforderungen erfüllen müssen. Verpackungen tragen somit nicht nur zur Sicherheit bei, sondern schaffen auch Transparenz beim Verbraucher.
Dimension 2: Ästhetischer Wert einer Verpackung
Der Mensch benötigt nur sieben Millisekunden, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Dieser Prozess geschieht intuitiv und weitgehend unbewusst. Dieses Phänomen betrifft nicht nur die Wahrnehmung von Personen, sondern auch von Gegenständen und somit ebenso von Produkten.
Der erste Kontaktpunkt zwischen Kunden und Produkt ist in den meisten Fällen die Verpackung. Sie fungiert damit als eine Art stiller Verkäufer im Regal, der darüber entscheidet, ob ein Produkt Aufmerksamkeit erhält oder nicht.

Der ästhetische Eindruck einer Verpackung entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Gestaltungselementen. Dazu zählen unter anderem Farbe, Material, Design sowie zusätzliche visuelle Details wie Sichtfenster oder Kontraste. All diese Aspekte tragen dazu bei, dass sich ein Produkt von anderen abhebt.
Farbpsychologie
Farben spiele eine wesentliche Rolle bei der Wahrnehmung von Verpackungen, da sie mit bestimmten Emotionen und Assoziationen verbunden sind. Auch wenn diese Wahrnehmungen individuell unterschiedlich ausfallen können, lassen sich bei vielen Farben ähnliche emotionale Tendenzen beobachten. Farben dienen somit als visuelle Signale, die unbewusste Erwartungen an ein Produkt wecken.
Rot
Erzeugt Aufmerksamkeit und Präsenz.
Steigert Impulskäufe und vermittelt Energie.
Weiß
Signalisiert Reinheit und Minimalismus.
Wirkt hochwertig und elegant.
Blau
Strahlt Vertrauen und Kompetenz aus.
Stärkt das Sicherheitsgefühl.
Grün
Steht für Natürlichkeit und Nachhaltigkeit.
Vermittelt Vertrauen und Umweltbewusstsein
Gold/Kupfer
Vermitteln Exklusivität und Wertigkeit.
Steigern die Preisbereitschaft bei gezieltem Einsatz.
Schwarz
Vermittelt Eleganz und Exklusivität.
Wirkt hochwertig und prestigeträchtig.
Materialien
Das Material einer Verpackung steht in engem Zusammenhang mit dem Inhalt des Produkts sowie dem gewünschten Markenimage. Neben funktionalen Aspekten trägt das Material auch massgeblich zum ästhetischen Eindruck bei, sowohl visuell als auch haptisch.
Bagasse ist ein faserbasierter Reststoff aus der Zuckerrohrverarbeitung.
Das Material ist formstabil, biologisch abbaubar und nachhaltig nutzbar.
Kraftpapier wird aus widerstandsfähigem Zellstoff hergestellt. Das Material ist reissfest, formstabil und nachhaltig einsetzbar.
Polypropylen ist ein leichter, formbeständiger Kunststoff.
Das Material ist stossfest, flexibel und vielseitig einsetzbar.
Corporate Branding
Eine Verpackung ist mehr als eine Hülle, sie ist einer der sichtbarsten Träger einer Marke und prägt deren Wiedererkennung massgeblich. Durch konsistente Gestaltungselemente wie Logos, Farben, Typografien oder wiederkehrende Designmuster trägt sie zur Wiedererkennung eines Unternehmens bei.
Besonders Logos spielen hier eine zentrale Rolle, da diese auf den ersten Blick verraten, von welchem Unternehmen das Produkt stammt. Werden sie klar sichtbar und konsequent an der gleichen Stelle platziert, können sie den Wiedererkennungswert erhöhen und das Vertrauen in die Marke stärken.
Motive, Design und visuelle Gestaltung
Neben Farben, Material und Branding beeinflusst auch das grundlegende Design den ästhetischen Wert einer Verpackung. Illustrationen, Fotografien oder Muster tragen dazu bei, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen und dem Produkt visuelle Persönlichkeit zu vermitteln.
Ob minimalistisch oder verspielt, das Design einer Verpackung vermittelt Emotionen und erzählt eine Geschichte.
Schon gewusst?
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Dimension 3: Ökologischer Wert
In Zeiten von Klimawandel und wachsendem Umweltbewusstsein rückt der ökologische Wert einer Verpackung zunehmend in den Vordergrund und somit auch der Gedanke, wie Unternehmen Ihr Produkt ökologisch verantwortungsvoll in Szene setzen können.
Nachhaltigkeit steht heutzutage für viele Konsumenten an erster Stelle und dient zunehmend als entscheidendes Kaufargument. Sogenannte Öko-Credentials können Unternehmen dabei unterstützen, ihre Verpackungen so zu gestalten, dass sie nachhaltiges Handeln sichtbar machen und gleichzeitig ein positives «grünes» Markenimage aufbauen.
Wirkungsvolle Öko-Credentials können unter anderem folgende Aspekte umfassen:
Farben

Farben spielen eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung von Nachhaltigkeit. Braune Verpackungen werden häufig mit Natürlichkeit und Umweltfreundlichkeit assoziiert. Auch grünliche Akzente oder gedeckte, natürliche Farbtöne können den Nachhaltigkeitsgedanken zusätzlich unterstreichen und visuell transportieren.
Materialien

Die Wahl des Verpackungsmaterials ist ein zentraler Bestandteil des ökologischen Werts. Nachhaltige Materialien tragen nicht nur zur Ressourcenschonung bei, sondern beeinflussen auch die Wahrnehmung eines Produkts. Zu häufig eingesetzten umweltfreundlichen Materialien zählen unter anderem:
rPET
- Besteht aus gebrauchten PET Verpackungen
- Kann immer wieder recycelt werden
- Beständigkeit gegen Fette und Öle
Zellstoff
- Besteht aus pflanzlichen Rohstoffen
- ist biologisch abbaubar und recycelbar
PLA
- Besteht meist aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais
- nur unter spezifischen, industriellen Bedingungen restlos biologisch abbaubar
- Gute Oberflächenqualität
Zertifizierung & Labels

Zertifikate und Labels sind ein wichtiger Bestandteil der CSR Credentials und unterstreichen die ökologische Verantwortung eines Unternehmens. Dazu zählen unter anderem Zertifizierungen wie der Blaue Engel, Fairtrade oder PEFC- oder FSC-Siegel.
Mehrweg-Lösungen

Mehrwegverpackungen können ebenfalls einen hohen ökologischen Wert darstellen und gezielt als Premium-Lösung positioniert werden. Beispiele hierfür sind wiederverwendbare Eco-Menüboxen oder recycelbare beziehungsweise mehrfach nutzbare Becher.
Solche Verpackungslösungen signalisieren Verantwortungsbewusstsein, sparen langfristig Ressourcen und können dazu beitragen, Nachhaltigkeit als festen Bestandteil der Markenpositionierung zu etablieren. Gleichzeitig vermitteln sie einen höheren Wert, da sie über den einmaligen Gebrauch hinausgehen.
Dimension 4: Wirtschaftlicher Wert
Aus wirtschaftlicher Perspektive übernimmt eine Verpackung mehrere Funktionen, die direkt zur Wertschöpfung eines Produktes beitragen. Verpackungen sind nicht nur Kostenfaktoren, sondern aktive Werttreiber und beeinflussen Preiswahrnehmungen und Kaufentscheidungen. Grundlage hierfür ist die Customer Journey und die Art und Weise, wie Kunden Produkte und deren Verpackungen wahrnehmen.
Wahrgenommener Wert und Preisbereitschaft
Die Verpackung wird in diesem Sinne zu einem relevanten Bestandteil der Preisstrategie und kann als Qualitätsindikator genutzt werden. Die Wirkung der Verpackung auf den Kunden ist hier der ausschlaggebende Punkt: Wenn diese als hochwertig wahrgenommen wird, schließen Kunden mit höherer Wahrscheinlichkeit darauf, dass es sich um ein wertiges Produkt handelt. Dadurch können auch höhere Preise akzeptiert werden.

Verkaufswirkung & Impulskäufe

Eine ansprechend gestaltete Verpackung erfüllt nicht nur ästhetische, sondern auch wirtschaftliche Funktionen. An einem Ort, an dem keine direkte Beratung stattfinden kann, muss die Verpackung für sich sprechen und allein durch ihre äussere Wahrnehmung überzeugen können. Eine erhöhte Aufmerksamkeit steigert die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Kaufs und wirkt sich wirtschaftlich in einer höheren Conversion am Point of Sale aus.
Return on investment
Aus wirtschaftlicher Sicht sollte eine Verpackung nicht nur als Kostenfaktor, sondern als Investition betrachtet werden. Zwar können hochwertige Materialien oder nachhaltige Lösungen höhere Ausgaben verursachen, langfristig können sie sich jedoch durch höhere Preisbereitschaft und steigende Verkaufszahlen auszahlen.
Unboxing – Das Kult Phänomen der heutigen Zeit
Das Auspacken eines Produktes ist längst nicht mehr nur das reine Entfernen der Verpackung, um an den eigentlichen Inhalt zu gelangen. Bereits seit den Anfängen der YouTube-Ära hat sich das Unboxing als prominentes Phänomen etabliert, bei dem der Fokus nicht ausschließlich auf dem Produkt selbst liegt, sondern ebenso auf den einzelnen Komponenten und der Inszenierung der Verpackung.
Der Ursprung dieses Phänomens liegt darin, dass das Auspacken eines Produkts als multisensorisches Erlebnis wahrgenommen wird. Visuelle Eindrücke, Haptik, Geräusche und teilweise sogar Gerüche wirken gleichzeitig auf den Konsumenten ein und erzeugen ein emotionales Engagement. Dieses Erlebnis erinnert häufig an Kindheitserfahrungen, etwa an das Auspacken von Geschenken, bei dem Vorfreude und Spannung eine zentrale Rolle spielen.
Durch diese emotionale Aktivierung kommt es zu einer Ausschüttung von Botenstoffen wie Dopamin oder Endorphinen, die positive Gefühle verstärkt und einen unmittelbaren Sharing-Impuls auslösen.

Seit einiger Zeit ist dieses Phänomen auch auf anderen Social-Media Plattformen wie TikTok oder Instagram zu finden, wobei hier jedoch ein weiterer Aspekt hinzukommt: ASMR.

ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) bezeichnet ein entspanntes und angenehmes Sinnerlebnis, das durch gezielte visuelle, aber vor allem akustische Reize ausgelöst wird. Heutzutage ist es immer beliebter, Unboxing Videos mit ASMR zu verknüpfen, um Produkte so auszupacken, dass nur das Aussehen und die Geräusche der Verpackung im Vordergrund stehen und vielleicht auch andere Personen dazu zu motivieren, ein gewisses Produkt zu kaufen.
Die richtige Verpackung entsteht nicht zufällig, sondern durch das Zusammenspiel aus Funktionalität, Design, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Zielsetzung. Wer Verpackungen ausschliesslich als Kostenfaktor betrachtet, verschenkt wertvolles Potenzial. Vielmehr können sie gezielt eingesetzt werden, um Produkte aufzuwerten, Kaufentscheidungen zu erleichtern und Marken nachhaltig zu stärken. Die Verpackung wird damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entlang der gesamten Customer Journey.
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