Gestatten, Cäcilia Krapf

Krapfen Berliner
Krapfen Berliner Krapfen Berliner

Das feine Gebäck der Cäcilia Krapf

Krapfen sind in aller Munde. Besonders zur Faschingszeit sind sie beliebt. Ihre Geschichte beginnt schon vor Jahrhunderten und ist so vielfältig wie die vielen verschiedenen Krapfensorten, die es gibt.

Der Legende nach war es die Bäckerin Cäcilia Krapf, die im 17. Jahrhundert die sogenannten Cillykugeln, ein krapfenähnliches Gebäck aus Hefeteig mit eingelegten Früchten, kreierte. Allerdings gibt es viele Hinweise darauf, dass die Geschichte des Krapfens noch weit früher begann. Schon die alten Römer sollen Ähnliches genossen haben. Und in der bäuerlichen Alltagskost Europas sowie an Festtagen wie Weihnachten, Neujahr, Fasnacht, etc. spielten sie jahrhundertelang eine bedeutende Rolle. Wann der Krapfen allerdings seine heutige Form mit dem hellen Ring um die Mitte bekam, ist nicht nachweisbar.

Traditionelle Bäcker stellen ihn ausschließlich zur Faschingszeit her. Diese beginnt am 11. November und endet mit dem Aschermittwoch, dessen genaues Datum vom darauffolgenden Osterfest abhängt und der den Beginn der Fastenzeit einläutet.

Übrigens: Krapfen werden durchaus nicht immer aus Hefeteig hergestellt. Jedes Land, jede Region hat ihre Krapfen-Spezialitäten – die auch aus Backteig, Brandteig oder Quarkteig gemacht sein können. Am bekanntesten in unseren Breiten ist der Faschingskrapfen. Der Klassiker aus dem altbayerischen und österreichischen Raum ist mit Aprikosenmarmelade gefüllt und mit Staubzucker bestreut.

Varianten sind der Berliner Pfannkuchen oder der Fränkische Krapfen, die auch mit Konfitüre oder Hagebuttenmark gefüllt sind. Als „Prilleken“ wird der Krapfen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bezeichnet. In der Schweiz besteht der Krapfen aus Quarkteig und ist mit gesüßtem Ziger, einem Frischkäse, und Sultaninen verfeinert. Dort heißt er Zigerkrapfen. Hierzulande bekannter ist das süße Schweizer Fasnachtschüechli. Nicht zu vergessen der amerikanische Donut aus Rührteig oder auch Hefeteig. Er wurde angeblich von holländischen oder dänischen Einwanderern ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gebracht. Auch pikante Abarten sind bekannt. So zum Beispiel der Allgäuer Krautkrapfen, der aus Nudelteig besteht und mit Speck, Sauerkraut und Kümmel gefüllt ist.

Bunte Krapfenwelt – standesgemäß präsentiert und verkauft

Dass ein derart bekanntes und beliebtes Gebäck seiner Bedeutung entsprechend präsentiert und verpackt werden muss, versteht sich von selbst. Immerhin gehen in der Hochsaison des Krapfens, im Fasching, Zehntausende von ihnen über den Ladentisch.

Wahre Begebenheit oder Legende?

Der Mythos der Cäcilia Krapf:

Die Wiener Bäckerin Cäcilia (oder Cäcilie) Krapf gilt als Erfinderin des Krapfens. Das ist mehr oder weniger bekannt.  Bei welcher Gelegenheit ihr dies gelang, weitaus weniger. Ein Ehestreit war angeblich der Auslöser. In ihrem Ärger soll die temperamentvolle Frau ein Stück Hefeteig nach ihrem holden Gatten geworfen haben. Der aber duckte sich und – plumps – fiel der Teig in einen Topf mit siedendem Fett: Der “Krapfen” war geboren. Andere Quellen berichten, dass nicht der Gatte das Ziel gewesen sei, sondern der faule Lehrling. Das Ergebnis war allerdings das gleiche. Auch eine dritte Variante kursiert. In ihr wird der Krapfen als absichtsvoll kreierte “Innovation” der Frau Cilli genannt, und nicht ein zufällig glücklich gelandeter fliegender Teigfetzen. Auch die Zeitangaben differieren. Der Zeitrahmen reicht von “um 1500” über 1615, 1690 bis “Beginn des 19. Jahrhunderts”. So alt kann auch eine Wiener Hofratsköchin nicht werden, vor allem nicht nach dem Dauergenuss von Krapfen!

Wussten Sie, dass …

... die süßen Ballen beim Wiener Kongress anno 1815 reißenden Absatz fanden. In jenem Jahr wurden bei Empfängen und Hofbällen in Wien zehn Millionen “Cilli-Kugeln” verschlungen. Übrigens: Schon in der “Köchordnung” der Stadt Wien vom 8. Juni 1486 wurden die “Krapffenpacherinnen” erwähnt. Cilli Krapf hat den Krapfen also nicht erfunden, aber definitiv wiederentdeckt. Allein das ist verdienstvoll.